Variationen


Es war seine Leidenschaft gewesen, Frauen beim Masturbieren zuzusehen. Wahrscheinlich war er der Mann mit der umfangreichsten Sammlung an solchen Erlebnissen. Er hatte früher seine Freundinnen gebeten, es sich vor seinen Augen zu besorgen – er hatte auch Fotos davon gemacht. Er hatte seine Frau dazu überredet – manchmal war es ihm gelungen, sie heimlich zu beobachten! Und irgendwann hatte er damit begonnen sich professioneller Hilfe anzuvertrauen, einer Hilfe, die bereit war, jede seiner Wünsche zu erfüllen und dabei der eigenen Fantasie keine Grenzen zu setzen.
Melissa liebte es, ihre Oberschenkel im Sitzen aneinander zu pressen und so lange hin und her zu reiben, bis es ihr kam. Oder sie drückte im Liegen die Beine fest zusammen und massierte ihre Klitoris.
Annas liebste Weise bestand darin, in kurzen strammen Strichen direkt über der kleinen Perle zu fahren, während sie gleichzeitig mit der anderen Hand die Nippel stimulierte. Dabei wanderte sie zwischendurch auch über den sensiblen Scheideneingang, die Schamlippen, und durch die ganze Spalte. Wenn sie soweit war, nahm sie die Klitoris zwischen Daumen und Zeigefinger und drückte sie mit geschickten schnellen Bewegungen immer wieder so zusammen, dass sie jedes Mal aus den Fingern glitschte. Sie pflegte dabei mit breit gespreizten Beinen auf einem Sessel zu sitzen und sich lasziv seinen lüsternen Blicken entgegenzustrecken.
Bernadette! Bernadette liebte es auf die schnelle Tour. Sie spreizte die Beine so weit wie sie konnte, legte ihre kleine Perle frei und begann sie ohne sonstige Einleitung zu massieren. Sie bewegte ihren Mittelfinger in kreisförmigen Bewegungen auf der Spitze der Klitoris, fuhr energisch rund um sie herum, oder rieb fordernd auf der Knospe vor und zurück, bis sie innerhalb kürzester Zeit ein unterdrücktes Stöhnen und Schluchzen von sich gab. Anschließend zog sie sich so schnell wie möglich wieder an, nahm das Geld und war verschwunden. Manchmal fragte er sich, ob sie ihm vielleicht nur etwas vorspielte, aber wenn, dann spielte sie verdammt gut!
Silvia hatte eine ausgeprägte Vorliebe fürs Bidet. Sie hatte sie gleich entdeckt, als sie das erste Mal eines kennen gelernt hatte. Der warme Schwall an ihrer Scham, die Massage ihrer Perle – es war, als wäre das Gerät nur zu diesem Zweck erfunden worden, und sie konnte nicht verstehen, dass es Frauen gab, die ihre Leidenschaft nicht teilten. Es gab nur eins, was für sie ähnlich lustvoll war, der Hahn der Badewanne! Es erforderte eine gewisse Akrobatik ihre Muschi unter den festen herabstömenden Strahl zu positionieren, aber wenn sie es geschafft hatte, war es göttlich. – Besser als jeder Schwanz, fand sie.
Lüstern schwärmend blätterte er durch sein Fotoalbum. Er hatte sie alle fotografiert, oder wenigstens fast alle. Ganz offen, manchmal auch heimlich. Manchmal waren es nur Großaufnahmen der ganzen Person, oft aber auch Nahaufnahmen während sie es sich machten.
Camilla war eine von denen gewesen, die sich gerne an Gegenständen rieb. Nackt, oder auch bekleidet. Wie oft hatte sie ihn verrückt gemacht, indem sie sinnlich auf der Lehne des Sessels ritt, sich über die Lippen leckte und ihre Hüften rhythmisch und verführerisch über das Polster rieb, vor und zurück. Das war oft ein Begrüßungsritual gewesen, noch bevor sie sich ausgezogen hatte. Später führte sie sich gerne ein Kissen zwischen die Beine, oder eines der Plüschtiere. Das Kissen benutzte sie ähnlich wie die Sessellehne, nur dass sie mit der nackten Pussi darauf hockte. Sie saß dabei meistens im Fersensitz, presste das Kissen fest zwischen die Beine und bewegte ihre Scham mit wippenden Bewegungen bis sie zum Höhepunkt kam. Dann unterstützte sie sich mit tätschelnden Fingerstrichen auf dem Klitorishäutchen, schob es vor und zurück, während sie weiter ihre Hüften auf dem Kissen bewegte. Der eigentliche Orgasmus war bei ihr eher still, auch wenn sie vorher oft laut stöhnte um sich (und ihn) in der Geilheit anzuheizen. Sie krümmte sich dann lautlos zusammen, wurde von kaum erkennbaren Wogen erschüttert und gluckste leise vor sich hin, als würde sie absichtlich eine geräuschvollere Ekstase unterdrücken. Sie war dann wie in ihre eigene Welt versunken.
Mit Plüschtieren verfuhr sie völlig anders. Sie liebte ihren weichen Flausch und strich sich damit bei weit gespreizten Beinen locker schmeichelnd über die gesamte Muschi, glitt zwischendurch den einen oder den anderen Oberschenkel hinab, oder über Bauch und Brüste, bis die flaumige Berührung des Plüsches sie nicht mehr zu halten vermochte. Eines der Plüschtiere hatte er ihr einmal abluchsen können und wochenlang daran geschnüffelt, weil es so erotisch nach ihr duftete.
Eine ähnliche Methode hatte Roswitha oft benutzt, Roswitha mit den kurzen Haaren! Manchmal war sie ihm fast wie ein Junge erschienen, aber ihr Körper ließ keinen Zweifel über ihr Geschlecht. Ihr Werkzeug der Lust war das Handtuch, das sie sich von vorne nach hinten durch die Beine zog, vor und zurück, die Füße auseinander gestellt, und das Becken in rhythmischen Gegenbewegungen führend, wie ein Tanz auf dem Tuch.
Das war Hannah! Hannah behielt grundsätzlich ihre Unterhose an. Es war ihm nie gelungen, ihr dunkles Dreieck zu betrachten, oder gar ihre nackte Möse. Sie streichelte ihre Muschi durch den Stoff ihres Slips, das jedoch mit einer Leidenschaft, die ihm unvergesslich bleiben würde. Sie streichelte alle Stellen dort, und oft erzählte sie ihm, was gerade mit ihr geschah. So wusste er auch, dass sie regelmäßig ihre Vaginalmuskeln anspannte, was für sie ein wichtiges Instrument der Lust war. Wenn sie dann kam, wälzte sie sich rollig von einer auf die andere Seite, bis sie schließlich erschöpft liegen blieb. Er würde nie vergessen, wie sie sich einmal anschließend erhoben hatte und auf ihn zugegangen war. Ihre Hand war in die Unterhose geglitten, und er hatte schon geglaubt, sie würde sie ein erstes Mal ausziehen. Doch sie war sich mit dem Mittelfinger in die feuchte Scheide gedrungen und hatte ihm den klebrigen Finger an den Mund geführt. Lustvoll hatte er ihn abgeleckt. Als er allerdings versucht hatte ihre Scheide zu berühren, hatte sie sich mit einer eleganten Drehung abgewandt, sich angezogen und war gegangen. Nicht ohne sich lüstern nach ihm umzudrehen und ihm einen Kuss zuzuwerfen bevor sie verschwand. Ja, sie wusste es, ihn an der Leine zu halten.
Manche hatten es mit den Fingerspitzen gemacht, andere mit dem ganzen Finger. Manche mit einem Finger, andere mit zweien, und wieder andere mit allen Fingern gleichzeitig, oder mit dem Daumen. Sie tätschelten, sie rieben, sie streichelten. Es gab so viele Arten, so viele Möglichkeiten!
Melanie! Melanie benutzte eine ganze Reihe von Variationen. Meistens hatte sie im Liegen die Beine gespreizt und die Füße aufgestellt, stemmte sie in den Boden. Zunächst pflegte sie über den gesamten Bereich ihrer Vulva zu streicheln, sanft und zart, so als wäre sie noch auf der Suche nach dem Ort, der ihr heute die meiste Lust bereiten würde. Dann gab es unzählige Methoden fort zufahren. Sie konnte sich allein ihrer Klitoris widmen, völlig darin versunken. Mit der Spitze des Fingers darauf leicht und sanft hämmern, die Unterseite in kleinen kreisenden Bewegungen massieren, oder irgendeine andere Seite, oder, je größer sie wurde, rundum kreisen. Sie behandelte sie mit dem Daumen, während ihr Mittelfinger in die Scheide drang. Sie benutzte den ganzen Handballen für die wilde Knospe und ließ die Finger gleichzeitig mit der feuchten Höhle spielen. Oder sie nahm beide Hände. Die Finger der einen stimulierten den Kitzler und die der anderen die Vagina und ihre Öffnung. Auch streichelte sie Anus, Vagina und Klitoris gleichzeitig mit den verschiedenen Fingern und Kombinationen! Sie liebte es sanft und leicht, oder sie tat es mit schnellen ruckartigen, heftigen und energischen Bewegungen. Manchmal musste sie die Hände wechseln weil sie ermüdeten. Sie war unermüdlich. Sie streichelte ihre Schenkel, ihre Leisten, ihren Bauch und ihre Brüste. Manchmal allein dies, ein anderes Mal während sie sich gleichzeitig mit den Geheimnissen ihrer Scham beschäftigte. Oder sie saß im Schneidersitz…
Nein, das war Patricia! Mit Patricia musste er sich immer irgendeinen Platz in der Natur suchen. Dort setzte sie sich am liebsten in den Schneidersitz und meditierte. Was sie meditierte wusste er nicht, doch es mussten wohl erotische Dinge sein, denn manchmal reichte allein dies, dass sie plötzlich wie von kleinen Wellen gebeutelt zusammenfuhr und offensichtlich einen ersten Orgasmus erlebte ohne sich überhaupt berührt zu haben. Fasziniert hatte er ihr immer zugesehen, wie sie es sich bequem machte. Selbst bekleidet mit ihrem luftigen Kleid sah sie aus wie eine Göttin, nackt war sie geradezu umwerfend. Sie schloss die Augen und es dauerte nicht lange, dass sich ihre Gesichtszüge entspannten und immer sanfter wurden. Bald aber konnte er beobachten, wie ihr Atem sich vertiefte und der Körper begann, sich mit winzigen Bewegungen zu regen. Ihr Gesicht veränderte sich, sah immer angestrengter aus, bis sie schließlich den Mund öffnete und den Rhythmus ihres Höhepunktes stöhnte. Manchmal war es dafür nötig, dass sie ihre Klitoris stimulierte. Im einfachsten Fall reichte es, wenn sie die Ferse eines Fußes gegen die Scham drückte und ihr Becken reibend dagegen bewegte. An hartnäckigeren Tagen half sie auch wohl mit den Fingern nach. Sie war wirklich eine Göttin, eine Nymphe, die sich sinnlich der Natur anpasste und mit ihr zu verschmelzen schien. Manchmal kam ihm der Verdacht, dass ihr sogar für ihn unsichtbare Naturgeister bei der Befriedigung behilflich waren.
Er blätterte weiter. Da gab es dann noch eine ganze Reihe von Hilfsmitteln, die manche Frauen benutzt hatten. Bei einigen hatte er nie herausbekommen, ob es sie wirklich erregte, oder ob sie ihm eine perfekte Schau darboten.
Clementine mit dem Dildo! Mit den Dildos! denn sie brachte jedes Mal ausgefallenere Formen mit, die sie ihm dann darbot. Clementine war eine Meisterin darin, sich die verschiedensten Gegenstände einzuführen, allerlei Gegenstände, sofern sie nicht verletzten! Dildos, Möhren, kleine Gurken oder Zucchinis, natürlich Bananen – nur geschälte, die weich und glatt genug waren, eingefettete Reagenzgläser, ihre Finger - keine Frage! und jede Menge Vibratoren bis hin zum Handy, auf dem er sie dann anrufen musste. Sie rieb mit den Dingen ihre Klitoris, oder schob sie sich in die Vagina ein, oder auch in den Anus. Eine ihrer bemerkenswertesten Erfindungen war die elektrische Zahnbürste, die sie mit wenigen Lagen Gaze umwickelte und dann benutzte um ihren Kitzler zu erregen.
Anja liebte jede Form von Wasser. Den Strahl der Dusche, den Massagestrahl eines Pools, das Bidet, selbst den kalten Gartenschlauch oder die Strömung eines Baches oder gar die Kraft eines Wasserfalls. Sie war in dieser Hinsicht sehr experimentierfreudig. Er erinnerte sich noch genau, wie sie in jenem Winter nach der Sauna einen Eiszapfen abgebrochen hatte und es sich mit ihm besorgte - eine eisig heiße Angelegenheit! Es war ihr tatsächlich gelungen mit der Hitze ihres Körpers den gesamten Zapfen zum Schmelzen zu bringen und sich dann noch genüsslich dem orgastischen Rausch hinzugeben.
Ja, dies war die Sammlung seiner Lüste! Inzwischen regte sich dort unten nur noch selten etwas. War er ein Spanner? Ein Lüstling? Ein Voyeur? Mochte darüber urteilen wer wollte. Es war seine Art von Lust gewesen, die ihm am meisten Befriedigung gebracht hatte, und er hatte sie alle verehrt, die Frauen, die ihm dazu verhalfen.